Kommunikations Moderater
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Messages about media

 

Mein Blog "Messages about Media" wird während meines Urlaubs ein weinig zu kurz kommen (www.messagesaboutmedia.wordpress.com). Aber danach wirds gleich ordentlich Stoff geben. Es kommen neue Reichweiten-Daten von der LA-MED und die gilts zu kommentieren. Besonders gespannt bin ich auf die Erkenntnisse zur Nutzung der Online-Medien. Obwohl bei allen Auguren das Ende der Printmedien schon längst vollzogen zu sein scheint, bin ich mir im B2B Bereich da nicht so sicher. Speziell in der Arzt-Kommunikation habe ich eher den Verdacht, dass in einer Art kollektiven Hypes die klassischen Medien leichtfertig zugunsten der völlig überbewerteten Online-Medien drein gegeben werden. Aber Spekulationen bringen keinem was - in einer Woche wissen wirs besser.

 

 

 

Will jemand eine Wette abschließen?

 

AdSense mal praktisch erleben!

 

ich hab zwar schon länger gemerkt, dass keine Google-Anzeigen mehr auf meiner Website angezeigt werden, hatte aber nie so richtig Zeit, mich darum zu kümmern. Diese Zeit habe ich mir nun mal genommen und mich durch die Untiefen von Google AdSense geklickt. Und siehe da, die Anzeigenfunktion war tatsächlich "ausgesetzt". Seit Ende April wurden keine mehr angezeigt. Ich muss eine E-Mail von Google übersehen haben, in der ich aufgefordert wurde, meine Konto-Daten zu verifizieren und einen telefonsichen Code einzugeben. Hab ich nun gemacht. Als nächstes wurde mir eine kleine Testüberweisung in Aussicht gestellt, die ich ebenfalls wieder verifizieren muss, dann geht es wieder weiter.

 

Ach ja: bis Ende April hatte sich ein Guthaben von € 12,54 anghäuft. Damit hätte ich schon richtig gut investieren können, schade!

 

 

Werbung mal praktisch erleben:

 

Damit wir nicht immer nur über Werbung reden: ich habe auf meiner Website ein Werbefeld von Google AdSense einprogrammiert. Hier kann ich nun ganz unmittelbar beobachten, wie gut Online-Werbung funktioniert. Laut Googles Nutzungsbedingungen darf ich niemals zum Klick auf meine Werbefelder auffordern, noch selber darauf klicken. Daran werde ich mich auch strikt halten. Ich darf aber die mit diesem Werbefeld erzielten Einnahmen veröffentlichen. Und genau das werde ich an dieser Stelle regelmäßig tun.

Jeden neuen Zahlungseingang wird man hier sofort nachverfolgen können (aber nur so lange, bis die erste Million voll ist :-) )

Zwischenstand am 11.03.2012: 3,64 € Gesamtguthaben (ab 100,00 € überweist Google ...)

Gute Nachricht: die Qualität medizinischer Fachzeitschriften ist messbar

Diesen Text habe ich als Beitrag in einem MWO-Newsletter verfasst. Weil er meine Ansicht über die Frage der „Qualität“ medizinischer Fachzeitschriften haargenau widerspiegelt, will ich ihn hier noch einmal veröffentlichen:

Nicht nur im MWO-Newsletter, sondern seit vielen Jahren in allen Branchenberichten ist nachzulesen, dass die Brutto-Werbeausgaben (BWA) in medizinischen und pharmazeutischen Fachzeitschriften seit Jahren rückläufig sind. So langsam haben wir uns schon an diese Nachricht gewöhnt und tun sie ab in der Schublade Na-und-ist-doch-nichts-Neues. Ist es auch nicht, ja man kann sogar argumentieren, hier vollzieht sich gerade eine ökonomisch rationale Marktveränderung nach den Regeln von Angebot und Nachfrage.

Hinter dem Schleier des Offensichtlichen verbirgt sich aber eine riskante Entwicklung, die an einer tragenden Säule des Gesundheitssystems in unserem Land rüttelt: dem Angebot an seriösem, glaubwürdigem, unabhängigem Medizinjournalismus.

Dass wir nach wie vor ein Überangebot an Fachzeitschriften in Deutschland haben, ist schon so oft strapaziert worden, dass man sich bald lächerlich vorkommt, wenn man es wieder und wieder erwähnt. Warum passieren dann nicht endlich die allseits erwarteten Titeleinstellungen, die der Markt bräuchte? Die Antwort ist einfach und betrifft jeden von uns, die wir über Werbebudgets verfügen: wir lassen es durch individuelle Einzelentscheidungen nicht dazu kommen. Bei aller Einsicht in die Notwendigkeit einer Konsolidierung verteilen wir im Alltag eine Sonderseite hierhin, eine Gefälligkeitsanzeige dorthin und einen Druckkostenzuschuss obendrauf für einen besonders wohlwollenden Beitrag (der ohne diesen Zuschuss nicht gedruckt werden würde?). In der Summe kommt schnell ein Betrag zusammen, der die 10 Millionen Euro erklärt, die den Top-Ten-Verlagen seit 2008 fehlen (lt. Pharmamonitor: Analyse der Brutto-Spendings 2009-2011). Und das ist nur die Entwicklung der letzten drei Jahre! Zugegeben, die Top Ten nach Werbeausgaben müssen nicht zwangsläufig die „Qualitativen“ sein. Über ein geeignetes Bewertungssystem reden wir gleich. Aber wie können denn Verlage auf solche Rückgänge nur reagieren? Ideen für neue Erlösquellen sind ein knappes Gut und die betriebswirtschaftliche Vernunft diktiert als erstes Kosteneinsparungen. Wenn bei diesem Wort die Assoziationen von üppigen Fuhrparks, großzügigen Büroausstattungen, fideler Reisetätigkeit und dergleichen verbraucht sind, geht es langsam an die Substanz. Dann reden wir über Verringerung des redaktionellen Aufwands, Verlängerung der Verwertungsketten einmal geschriebener Beiträge, Verdrängung der Eigenrecherche durch Agenturmeldungen, rückläufige Heftumfänge. Wir reden also über einen massiven Schwund an journalistischer Qualität! Und das kann für eine funktionsfähige Gesundheitsversorgung in einem Land mit 80 Millionen Menschen nicht gewollt sein. NEJM, BMJ oder Lancet können diese Lücke nicht füllen.

Wir werden uns also eine Qualitätsoffensive bei den medizinischen Fachzeitschriften leisten müssen. Und das nicht in den kommenden 10 Jahren, sondern jetzt. Dabei werden einige gegensätzliche Ansichten über die Daseinsberechtigung so mancher Fachzeitschrift aufeinander prallen. Es wird und soll strittige Debatten geben über die Breite und Tiefe unserer Medienlandschaft. Völlig unzweifelhaft ist aber das Urteil des wichtigsten Souveräns, nämlich des Lesers. Um seine Wertschätzung müssen Verlage mit jeder einzelnen Ausgabe ihrer Titel, ja mit jedem publizierten Beitrag wetteifern. Wie gut ihnen das gelingt, wird dann die LA-MED zeigen. Seit den Anfängen der Leserschaftsforschung gibt es dort die Frage nach der Leser-Blatt-Bindung. Die Grafik zeigt die Werte aus der jüngsten API-Studie.

Als Mediaberater bei MWO habe ich die Leser-Blatt-Bindung immer schon als eine wichtige Kenngröße in der Titelbeurteilung benutzt. Gehen wir diesen Weg konsequent weiter und machen sie zum wichtigsten Bewertungskriterium. Vor allem verzichten wir auf sogenannte Werbeträger, die sich gar nicht erst einer Leserbefragung stellen!